DGB-Jugend und LSV Hessen initiieren "Ausbildungsstau"
Frankfurt M. - Am 21. April 2010 haben die DGB-Jugend und die Landesschülervertretung (LSV) Hessen in Frankfurt/Main (Hauptwache)
mit einer großen Aktion auf den bundesweiten Ausbildungsstau in Deutschland hingewiesen. Hintergrund ist der zweite Jahrestag der
Bundestagspetition "Grundrecht auf Ausbildung".
An der Aktion, bei der Teile der Straßen abgesperrt wurden, beteiligten sich zahlreiche Auszubildende. PassantInnen durchlebten so durchaus
lebensnah für Minuten das beklemmende Gefühl, im "Ausbildungsstau" feststecken zu müssen. "Der Ausbildungsplatzmangel spitzt sich zu. Die Wirtschaftskrise ist zu einer Bildungskrise geworden", warnte Landesschulsprecher Tim
Huß. "Wir haben in Deutschland weder Rohstoffe noch billige Arbeitskräfte. Unsere Stärke liegt in der geballten Kompetenz von
gut ausgebildeten Fachkräften."
Die DGB-Jugend wies darauf hin, dass aktuell 1,5 Millionen Jugendliche unter 30 Jahren keinen qualifizierten Berufsabschluss haben - das sind 15 Prozent der Gruppe junger Menschen von 20 bis 29 Jahren. Die Petition "Grundrecht auf Ausbildung" an den Deutschen Bundestag feiert derzeit ihr zweijähriges Bestehen und wird
demnächst im Deutschen Bundestag behandelt. Am 22. April 2008 hatten Mitglieder der Landesschülervertretungen, der DGB-Jugend und
der Gewerkschaft GEW über 72.000 Unterschriften der Petitionsunterstützer an Abgeordnete des Bundestags überreicht.
"Wir warnen vor einem Scheitern des Grundrechts auf Ausbildung", sagt Huß. "Ziel ist es, allen
Schulabgängerinnen und Schulabgängern einen qualifizierten Ausbildungsplatz zu finanzieren. Dies wäre nachhaltig und verantwortungsbewusst. Wir appellieren an den Petitionsausschuss
des Bundestages, einer öffentlichen Anhörung zuzustimmen."
Kontakt für Nachfragen: Dirk Neumann, DGB-Bundesvorstand, Bereich Jugend, Tel.: 030/240 60 503, E-Mail:
dirk.neumann@dgb.de
Bundestagswahl 2009: Positionen von Parteien zum Ausbildungsplatzmangel
Seit 1995 (!) fehlen jährlich Hunderttausende Lehrstellen, auch im Wahljahr 2009. Wie will die Politik diesem Problem nach der Bundestagswahl begegnen? Wir haben die Aussagen der fünf großen Parteien in ihren Wahlprogrammen zusammengefasst.
60 Jahre Grundgesetz: Gute Gelegenheit für ein Grundrecht auf Ausbildung
60 Jahre Grundgesetz, doch kein Grund zum Feiern! Jugendliche haben noch immer kein Grundrecht auf Ausbildung! Das Aktionsbündnis aus Schülervertretungen und Gewerkschaften erinnert zum 60-sten Jahrestag des
Grundgesetzes an die seit über einem Jahr dem Bundestag vorliegende Petition für ein Grundrecht auf
Ausbildung.Ein Grundrecht auf Ausbildung wäre ein Meilenstein in der sozialen Ausgestaltung der Bundesrepublik
Deutschland. Es würde endlich allen Jugendlichen eine Zukunftsperspektive und die Wahrnehmung ihres
Rechts auf die "freie Entfaltung der Persönlichkeit eröffnen. Sollte die Petition in dieser Legislaturperiode nicht mehr abschießend behandelt werden, so wird das Grundrecht auf Ausbildung eine herausragende Rolle bei der Bundestagswahl im Herbst 2009 spielen. Hier die komplette Pressemitteilung der Landesschülervertretung Hessen, Mitinitiator der Initiative Ausbildung für alle:
Presssemitteilung (PDF)
Grundrecht auf Ausbildung: Initiative und Rechtslage
Die neue Broschüre der DGB-Jugend informiert über die Initiative "Ausbildung für alle". Es wird aber auch und erstmals die aktuelle Expertise von Prof. Bernhard Nagel über "Das Teilhaberecht auf Ausbildung und Weiterbildung" veröffentlicht.
Hier wird der juristische Rahmen für das Recht auf Bildung in Deutschland ausgehend vom Völkerrecht, dem
EU-Recht, über das Bundes- und Landesrecht bis hin zur Rechtsprechung des Bundesverfassungsgerichtes analysiert.
Die in einem eigenen Beitrag beschriebenen umfangreichen juristischen Quellen, die für ein Grundrecht auf Ausbildung herangezogen
werden können, stärken unsere Position mit überzeugenden Argumenten. Sie zeigen den verfassungsrechtlichen Handlungsbedarf und die
juristischen Ansatzpunkte für einen Rechtsanspruch auf Ausbildung
deutlich auf.
Die Broschüre zum Download (PDF)
Newsletter Nr. 7 erschienen
Der Newsletter Nr. 7 (Januar 2009) der Initiative "Ausbildung für Alle" ist erschienen. Thema: Ausbildungsbilanz 2008 - kein Grund zum Jubeln.
September 2008: Es fehlen 190.000 Ausbildungsstellen
Trotz aller anderslautenden Beteuerungen aus Wirtschaft und Politik, dass der Ausbildungsmarkt gesund sei - nach wie vor fehlen fast 190.000 betriebliche Ausbildungsstellen.
Die Situation im September 2008, der Bericht hier zum Download (PDF)
Buch: Ausbildung für Alle
Seit 1995 dauert die dritte Ausbildungskrise in Deutschland an. Fast 1,5 Millionen Jugendliche unter 25 Jahren haben keine abgeschlossene Berufsausbildung. Auch mehr Ausbildungsplätze in wirtschaftlich besseren Zeiten lösen das Grundproblem nicht. Dieses Buch liefert Hintergrundinformationen, Zahlen und Argumente zur Beseitigung der Ausbildungskrise. Mehr Infos und Download
Wie der Kölner Stadtanzeiger berichtete, hat die stellvertretende SPD-Vorsitzende Andrea Nahles einen Rechtsanspruch auf einen Ausbildungsplatz für unter 30-Jährige gefordert. Eine solche Regelung sei auch ein Beitrag gegen den Fachkräftemangel, betonte sie gegenüber der Kölner Tageszeitung. "Was wir neben einem Rechtsanspruch auf Förderung zum Nachholen des Hauptschulabschlusses ergänzend brauchen, ist ein Rechtsanspruch auf Ausbildung", erklärte Nahles in Berlin. "Jeder Jugendliche unter 30, der will und kann, muss eine Ausbildung absolvieren können."
Eine von der Bundesagentur für Arbeit (BA) ins Gespräch gebrachte Kürzung des Arbeitslosengeldes II für Jugendliche lehnte Nahles ab. Das Arbeitslosengeld II orientiere sich am Bedarf. "Für beliebige Forderungen nach Absenkung ist hier kein Platz", sagte Nahles laut Stadtanzeiger vom 29. September.
Die DGB-Jugend hat den Ausbildungsreport 2008 vorgestellt. Für DGB-Vize
Ingrid Sehrbrock zeigen die Ergebnisse der Befragung von Azubis: Eine
verstärkte Qualitätskontrolle der Ausbildungsbetriebe ist notwendig.
Regelmäßige Überstunden, mangelnde fachliche Anleitung und geringe
Aussichten auf Übernahme - das sind die zentralen Kritikpunkte vieler
Jugendlicher an ihrer Ausbildung. Hier zum Download: Der Ausbildungsreport 2008 und die
Kurzfassung des Reports (beides PDF)
Ideen für Aktionen vor Ort
Mit der Initiative "Ausbildung für alle" machen die Gewerkschaften, Landesschülervertretungen und viele weitere Partner die skandalösen Zustände auf dem Ausbildungsmarkt publik und tragen ihre Forderungen für mehr und bessere Ausbildung in die Öffentlichkeit. Damit das funktioniert, braucht es Aktive und Aktivitäten vor Ort: in Innenstädten, an Schulen, vor Rathäusern und anderen öffentlichen Plätzen. Die Initiative lebt von Aktionen. Ideen für diese Aktionen bietet jetzt die Broschüre "Ideen für Aktive", hier zum Download (PDF)
So sieht die Ausbildungslücke aus
Eindrucksvoll demonstrierten am 4. Juli vor dem Kieler Landtag 100 Hauptschul-Abgängerinnen und -Abgänger aus mehreren schleswig-holsteinischen Städten, wie die viel diskutierte Ausbildungslücke konkret aussieht. Auf der einen Seite stellten sich die auf, die bisher trotz vielfacher Bewerbungen ohne Ausbildungsplatz geblieben sind. Auf der anderen Seite stand die Gruppe, die bereits einen Ausbildungsplatz bekommen hat - es waren nur 13 Jugendliche. Zum Artikel
Seit Jahren werden dieselben Argumente ausgetauscht, wenn Vertreter aus Politik, von Gewerkschaften, Arbeitgebern und Schülern über Ausbildung debattieren. Sie tun das meist nicht, weil sie besondere Freude daran haben, sich stets zu wiederholen, sondern weil es bisher nicht gelang, eine Lösung für die so genannte Ausbildungsplatzkrise zu finden. Zum Artikel
Rund 200 SchülerInnen übergaben dem Bundestag über 72 000 Unterschriften für ein Grundrecht auf Ausbildung. Ein Filmbericht der DGB-Jugend über den Aktionstag.
Unterstützung: Jusos und Grüne für Grundrecht auf Ausbildung
Anlässlich der Übergabe von über 72.500 Unterschriften an den Bundestag forderten Franziska Drohsel, Juso-Bundesvorsitzende, und die Grüne Jugend Niedersachsen ein Grundrecht auf Ausbildung. Mehr Infos
72.500 Unterschriften für ein Grundrecht auf Ausbildung
Landesschülervertretungen, Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) und DGB-Jugend haben am 22. April in Berlin 72 500 Unterschriften zur Petition für ein Grundrecht auf Ausbildung an den Bundestag übergeben. „Unser Ziel ist es, dass es für alle Jugendlichen jederzeit und unabhängig von der wirtschaftlichen Lage genügend Ausbildungsplätze gibt. Deshalb brauchen wir ein Grundrecht auf Ausbildung. Mit der Übergabe der Unterschriften geben wir allen Jugendlichen, die ohne Ausbildungsplatz ein Leben ohne Perspektiven führen müssen, wieder eine starke Stimme“, erklärte Landesschulsprecher Kaweeh Mansoori, der mit der hessischen Landesschülervertretung (LSV) die Petition 2007 initiiert hat. Zur Bildergalerie:1. Etage; 2. Etage; 3. Etage
Nach wie vor bilden nur 30 Prozent der Betriebe aus. Aber Wirtschaft und Politik sprechen von Erfolgen. Dabei ist es zum Beispiel in Nordrhein-Westfalen bittere Realität, dass allein hier 50.000 Ausbildungspältze fehlen. Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft und die DGB-Jugend NRW haben deshalb gemeinsam zum zweiten landesweiten Wandertag für Ausbildung nach Düsseldorf aufgerufen - und konnten am 3. April in Düsseldorf viele Jugendliche mobilisieren. Landesarbeitsminister Karl-Josef Laumann stellte sich vor dem Landtag der Diskussion mit den Schülerinnen und Schülern, zum Artikel,zur Fotoschau.
Ausbildung für Alle - für dich, für mich, für sie ...
Die 2007 von DGB und Gewerkschaften gestartete Initiative
"Ausbildung für alle" will allen Jugendlichen
Gehör verschaffen, die keinen Ausbildungsplatz haben. So wird dem Ausbildungsplatzmangel
ein Gesicht gegeben. Die persönlichen
Schicksale von Betroffenen, die vergeblich einen
Ausbildungsplatz suchen, sind das beste Argument
gegen die Behauptungen von Politik und
Wirtschaft, dass die Probleme am Ausbildungsmarkt
gelöst wären. Ziel der Initiative ist es, den
öffentlichen Druck auf Politik und Wirtschaft zu
erhöhen, endlich entschiedene Maßnahmen einzuleiten und
für ein auswahlfähiges Angebot an Ausbildungsplätzen
für alle Ausbildungsplatzsuchenden zu sorgen. Eine Dokumentation der bisherigen Initiative. Die Dokumentation hier zum Download (PDF)
Ausbildung in Deutschland - ein Einzelfall
Madeleine (20) ist seit drei Jahren auf der Suche nach einem
Ausbildungsplatz als Tierarzthelferin. Auf 200 Bewerbungen folgten 200
Absagen.
Ist Ausbildung in Deutschland ein Einzelfall?
Videoclip der DGB-Jugend zum Thema Ausbildung für Alle. Und über 160.000 Einzelfälle jedes Jahr.
Erfolgreicher Aktionstag: "Ihr seid die Zukunft, ihr wollt Sicherheit, und das zurecht"
Nach dem
erfolgreichen Aktionstag für Ausbildung und Übernahme am 24.11.2007 ist klar:
Wer 3.500 junge Menschen für einen Aktionstag begeistern kann, hat den Nerv der
Jugendlichen getroffen. Höhepunkt
des Aktionstages "Für Ausbildung und Übernahme" der bayerischen
DGB-Jugend war die Abschlusskundgebung auf dem Nürnberger Kornmarkt, mehr über den Aktionstag
.
Ausbildungsjahr 2007: Kein Grund zur Entwarnung
Die Zahl der betrieblichen Ausbildungsplätze ist 2007 gegenüber dem Vorjahr leicht gestiegen, dennoch gibt es keinen Grund zur Entwarnung. So das Fazit von DGB-Vize Ingrid Sehrbrock zum Abschlussbericht des Berufsberatungsjahres 2006/2007, den die Bundesagentur für Arbeit (BfA) am 11. Oktober vorgelegt hat. Mehr Zahlen