Ausbildungsjahr 2007: Kein Grund zur Entwarnung

Die Zahl der betrieblichen Ausbildungsplätze ist 2007 gegenüber dem Vorjahr leicht gestiegen, dennoch gibt es keinen Grund zur Entwarnung. So lautet das Fazit von DGB-Vize Ingrid Sehrbrock zum Abschlussbericht des Berufsberatungsjahres 2006/2007, den die Bundesagentur für Arbeit (BA) am 11. Oktober vorgelegt hat. Das Plus von 8.650 betrieblichen Ausbildungsplätzen gegenüber 2006 sei "erfreulich". Der geringfügige Zuwachs reicht aber bei weitem nicht aus, um alle BewerberInnen mit einem Ausbildungsplatz zu versorgen.

Die Situation der Jugendlichen, die einen Ausbildungsplatz suchen, bleibt katastrophal. Zwar ist die Zahl der bei der BA zugelassenen BewerberInnen rückläufig. Dennoch tut sich noch immer eine gewaltige Ausbildungslücke von 311.234 fehlenden betrieblichen Ausbildungsplätzen auf.

Mehr als 300.000 AltbewerberInnen bleiben weiterhin außen vor. Sie profitieren kaum vom Aufschwung, sondern werden in "Warteschleifen" geparkt. Sie müssen sich mit Qualifizierungsmaßnahmen, Fortsetzung der schulischen Ausbildung, Alternativen wie einem freiwilligen sozialen Jahr oder mies bezahlten Jobs für Ungelernte zufrieden geben. Für die BA gelten sie als ebenso "versorgt" wie die so genannten latenten Nachfrager. Das sind all jene, die von der BA in eine Maßnahme vermittelt wurden, aber ihren Wunsch nach Vermittlung auf einen betrieblichen Ausbildungsplatz nach wie vor aufrecht erhalten. Die Zahl der AltbewerberInnen wird auch in den nächsten Jahren nur ganz allmählich sinken. Frühestens 2012, 2013 rechnet die BA mit einer Entspannung aufgrund der demografischen Entwicklung. Die Gewerkschaften meinen: Ein erfolgreicher Ausbildungspakt sieht anders aus!

Das Plus bei den Ausbildungsstellen beruht vor allem auf der Verdoppelung der außerbetrieblichen Angebote. "Eine außerbetriebliche Ausbildung ist immer nur die zweitbeste Lösung", betont Ingrid Sehrbrock. Das gelte für die jungen Frauen und Männer ebenso wie für die Gesellschaft, "die finanziell für die mangelnden Ausbildungsanstrengungen der deutschen Wirtschaft einstehen muss". Trotz des von der Wirtschaft beklagten Fachkräftemangels steigt die Zahl der ausbildenden Unternehmen nicht. Die Situation auf dem Ausbildungsstellenmarkt bleibt damit weiter mehr als angespannt. Rein rechnerisch kommen 100 BewerberInnen auf 70 Ausbildungsplätze.



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